„Man muß sich also selbst den Reim darauf bilden, daß Gespräche in der Liebe fast eine größere Rolle spielen als alles andere. Sie ist das gesprächigste aller Gefühle und besteht zum großen Teil ganz aus Gesprächigkeit. Ist der Mensch jung, so gehören diese sich auf alles erstreckenden Gespräche zu den Erscheinungen des Wachstums; ist er in der Reife, so bilden sie sein Pfauenrad, das sich, auch wenn es nur noch aus Federkielen besteht, umso lebhafter entfaltet, je später es das tut.“

Robert Musil, Nachlass, Mappe V/6, S. 19 – Entwurf zum Kapitelprojekt „Gespräche über Liebe“  1940/1941

[ausgewählt vom Präsidenten der Gesellschaft Klaus Amann]