Themenschwerpunkt: »Poetik der kleinen Form«
Dieser Band unternimmt es, Positionen der Kurzprosa- und Feuilleton-Forschung für die Lektüre und Interpretation der Musil’schen Texte fruchtbar zu machen, um die ästhetische »Sprengkraft« dieses vergleichsweise wenig erforschten Textkorpus in Musils OEuvre in den Blick zu bekommen. Ein besonderes Anliegen der hier versammelten Beiträge, die auf den Vorträgen einer 2017 in Kooperation mit dem Stefan Zweig Zentrum abgehaltenen Tagung an der Universität Salzburg basieren, besteht darin, Musil mit anderen Kurzprosa- und
Feuilletonautorinnen und -autoren seiner Zeit (Marieluise Fleißer, Franz Kafka, Joseph Roth, Robert Walser u. a.) in Beziehung zu setzen, um sowohl die Zeittypik als auch die Spezifik seines Schreibens herauszuarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
Harald Gschwandtner, Norbert Christian Wolf: Einleitung
Beiträge zum Themenschwerpunkt: »Poetik der kleinen Form«
Dirk Gottsche: Realismus und Moderne in der Kleinen Prosa von Robert Musils Nachlaß zu Lebzeiten
Birgit Nübel: Vom Vogel zum Querschnitt – der Essay als kleine Form
Roland Innerhofer: Sichtbare und unsichtbare Bauten. Musils Architekturminiaturen als Paradigmen intermedialer Differenz
Barbara Neymeyr: Kulturkritik als »Gleichgewichtsstörung«. Subversive Strategien der »Unfreundlichen Betrachtungen« in Musils Nachlaß zu Lebzeiten (Triëdere – Der bedrohte Ödipus – Denkmale)
Tanja Kevic: Kurzprosa als geometrische Form: Inflation
Dominik Müller: Hundekatastrophe. Das Untypische an Robert Musils Feuilletontext „Die Durstigen“
Walter Fanta: Das textgenetische Dossier des Nachlaß zu Lebzeiten
Peter Utz: Schreib- und Liebesexperimente im Tageblatt. Zur Affinität von Brief und Feuilleton bei Marieluise Fleißer, Robert Walser und Robert Musil
Paul Keckeis: Zum »Lebensparallelismus« der kleinen Form. Feuilletonistische Produktivierungsstrategien bei Robert Walser (mit Blick auf Franz Kafka und Robert Musil)
Claudia Öhlschlager: Spielplatz, Festung, Insel. Randzonen der Geschichtsreflexion in Prosaminiaturen und Reisefeuilletons von Franz Hessel, Joseph Roth und Robert MusilAbhandlungen
Jan Knobloch: »Meister des innerlich schwebenden Lebens«. Essayismus bei Michel de Montaigne und Robert Musil
Archiv/Miszellen
Karl Corino: »Herr Musil wird niemals ein ordentlicher Ingenieur«. Die Verwirrungen des Zöglings Törleß als Produkt der Stuttgarter Langeweile
Harald Gschwandtner: Briefwechsel Robert Musil – Richard Schaukal (1925). Text und Kommentar, mit neuen Materialien zum »Fall Bettauer« und Schaukals Essay Das freie Wirken des Schriftstellers
Internationale Robert-Musil-Gesellschaft
Rosmarie Zeller: Nachruf auf Philippe Chardin (1948–2017)
Stefan Imhoof, DominikMuller: Die Musil-Gedenkstätte auf dem Genfer Ehrenfriedhof »Cimetière de Plainpalais«
Harald Gschwandtner: »war es dort in Abwesenheit der Kurgäste sehr schön«. Robert Musil in Bad Ischl
Rezensionen
Musil zum Vergnügen. Hg. v. Fred Lönker (Rosmarie Zeller)
Wolfgang Paterno: Faust und Geist (Anne Fleig)
Wolfgang Lukas, Michael Scheffel (Hg.): Textschicksale (Eva Höfflin-Grether)
Katharina Manojlovic, Kerstin Putz (Hg.): Im Rausch des Schreibens (Arno Rußegger)
Brett Martz, Todd Cesaratto (Hg.): Robert Musil’s Intellectual Affinities (Tobias Gnüchtel)
Philipp Alexander Ostrowicz: Schreibweisen der Unschärfe (David Wachter)
Robert M. Solis: Robert Musil in Polen (Ewa Wojno-Owczarska)
Johanna Bücker: Das Meer und der andere Zustand (David Wachter)
Anastasia Chournazidi: Literatur als Beobachtungssystem (Gunther Martens)
Leopold Federmair: Musils langer Schatten (Florens Schwarzwälder)
Tobias Gnüchtel: Narrative Argumentation (Olav Krämer)
Jürgen Kaizik: Musils Mörder (Harald Gschwandtner)
Niklaus Largier: Zeit der Möglichkeit (Mandy Dröscher-Teille)
Birgit Nübel, Norbert Christian Wolf (Hg.): Robert-Musil-Handbuch (Maren Lickhardt)
Rebekka Schnell: Natures mortes (Sabine Schneider)
Wilhelm Voßkamp: Emblematik der Zukunft (Clemens Peck)
David E. Wellbery: Das leiblich Imaginäre (Daniel Ehrmann)
Oliver Böni, Japhet Johnstone (Hg.): Crimes of Passion (Peter C. Pohl)
Alice Bolterauer: Zu den Dingen (Tobias Wilke)
Kyle Frackman: An Other Kind of Home (Wolfgang Müller-Funk)
Regina Schaunig: Robert Musils »Achillesroman« (Walter Fanta, Rosmarie Zeller)
Günther Fleck, Walter Feigl, Ursula Hamersky (Hg.): Robert Musil. Der Mann mit Eigenschaften (Helmut Kuzmics)
Massimo Salgaro (Hg.): Robert Musil in der Klagenfurter Ausgabe (Thorsten Ries)
Sophie Djigo: La Raison vivante (Rosmarie Zeller)
