Internationale Robert Musil Gesellschaft

„Länger haftete mir der Ruf des Psychologen an. Ich habe mich von Anfang an gegen ihn gewehrt […]. Denn was an einer Dichtung für Psychologie gilt, ist etwas anderes als Psychologie, so wie eben Dichtung etwas anderes als Wissenschaft ist, und die unterschiedslose Anwendung des Worts hat wie jede wichtige Äquivokation schon viele verwirrende Folgen gehabt.“

Robert Musil um1923/24

Artur R. Boelderl: Musil, diskursweise. Wirklich mögliche Kontexte zum „Mann ohne Eigenschaften“ (= Musil-Studien, Bd. 49)

Robert Musil ist „Diskurs-weise“: Er hat seine Diskurse im (literarischen) Griff. Folglich verspricht nur eine diesem Weisheitsmodus entsprechende Annäherung an sein Werk einen gewissen Erfolg, wie bescheiden dieser auch im konkreten Fall ausfallen mag – es verlangt eine „diskursweise“, das heißt „interdiskursive“ Methode. Denn nur wer auch selbst seine Diskurse geordnet hat, bekommt vielleicht auf die Reihe, worum es (bei) Musil – nicht nur, aber in erster Linie in seinem unvollendeten Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ – geht.

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