Internationale Robert Musil Gesellschaft

„Wien ist – ich fasse hier die Erfahrungen eines Jahres Theaterkritik, meines ganzen Lebens und die der Geschichte zusammen – im Verhältnis zu seinen Mitteln immer eine der verrottetsten Theaterstädte der deutschen Nation gewesen.“

Robert Musil 1921

Call for Abstracts: Musil und das Fremde

Musil und das Fremde
Begriffe, Figuren, Räume
Internationale Arbeitstagung

Robert-Musil-Institut für Literaturforschung/Kärntner Literaturarchiv
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, 3.–5. November 2027
in Kooperation mit der Internationalen Robert-Musil-Gesellschaft

Wissenschaftliche Leitung: Artur R. Boelderl (Klagenfurt) & Ludovica Boi (Verona)
Konzeption: Artur R. Boelderl & Ludovica Boi mit Manuel Kraus & Thomas Pekar (Tokio)

Nähere Informationen und ein detailliertes Tagungskonzept finden Sie hier.

„Das Fremde“ gehört zu jenen Begriffen, die sich jeder eindeutigen Bestimmung entziehen und gerade darin ihre theoretische Produktivität entfalten. Es bezeichnet nicht bloß das Andere im Sinne relationaler Differenz, sondern vielmehr das Nicht-Eigene, Nicht-Vertraute, von außen Kommende, das die Ordnung des Bekannten durchkreuzt und als Erfahrung der Distanz oder auch des Unheimlichen in Erscheinung tritt.
Im Werk Robert Musils nimmt diese Kategorie eine zentrale, bislang jedoch nur partiell erschlossene Stellung ein. Während sich die Forschung in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt dem Begriff des „Anderen“ und den vielfältigen Formen von Alterität im Mann ohne Eigenschaften zugewandt hat, möchte die Tagung den Fokus bewusst auf das „Fremde“ verlagern und dieses als eigenständige ästhetische, anthropologische, ethische und politische Kategorie untersuchen.
Die Tagung verfolgt das Ziel, Musils Verhältnis zum Fremden zu rekonstruieren und in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen zu diskutieren. Ausgehend von Musils literarischen, essayistischen und dramatischen Texten sind Beiträge aus Literaturwissenschaft, Philosophie, Kultur- und Sozialgeschichte sowie benachbarten Disziplinen willkommen. Die Tagung versteht das Fremde nicht allein als Motiv oder Gegenstand der Darstellung, sondern als epistemologische und ethische Herausforderung, die literarische Formen, Wahrnehmungsweisen und soziale Beziehungen gleichermaßen betrifft.

Die Tagungsleitung begrüßt insbesondere internationale und interdisziplinäre Beiträge. Eine Publikation ausgewählter Beiträge ist vorgesehen.

Einreichung der Abstracts:
Bitte senden Sie bis zum 15.01.2027 folgende Unterlagen in deutscher (bzw. englischer / italienischer / franzӧsischer) Sprache an das Institutssekretariat (Mag.a Elisabeth Platz: elisabeth.platz@aau.at):
* ein anonymisiertes Abstract (max. 500 Wörter) mit Titel und kurzer Bibliografie
* ein separates Dokument mit Namen, institutioneller Anbindung und kurzer biografischer Notiz