„Sie litten alle unter der Angst, keine Zeit für alles zu haben, und wußten nicht, daß Zeit haben nichts anderes heißt, als keine Zeit für alles zu haben.“
Robert Musil 1937/38
Gegründet wurde die Internationale Robert-Musil-Gesellschaft am 11. Juni 1974 im Palais Lobkowitz in Wien unter der Schirmherrschaft des damaligen Bundeskanzlers Dr. Bruno Kreisky. Ihre Hauptaufgabe ist es, „das Verständnis der Werke Robert Musils zu fördern“ (§ 2 der Statuten). Zu diesem Zweck veranstaltet sie Symposien und gibt seit 1975 das wissenschaftliche Jahrbuch „Musil-Forum“ heraus.
Vorstand
Vorstand der Internationalen Robert-Musil-Gesellschaft:
Präsident:
Prof. Dr. Norbert Christian Wolf
Universität Wien
Institut für Germanistik
Österreich
norbert.christian.wolf[at]univie.ac.at
Vizepräsidentin:
Prof. Dr. Birgit Nübel
Leibniz Universität Hannover
Deutsches Seminar
Deutschland
birgit.nuebel[at]germanistik.uni-hannover.de
Vizepräsident:
Prof. Dr. Massimo Salgaro
Università di Verona
Dipartimento di Lingue e Letterature Straniere
Italien
massimo.salgaro[at]univr.it
Kassiererin:
Prof. Dr. Rosmarie Zeller
Germanistisches Seminar
Universität Basel
Schweiz
rosmarie.zeller[at]unibas.ch
Beisitzer*innen (in alphabetischer Reihenfolge):
Dr. Arnhilt Inguglia-Höfle
Österreichische Nationalbibliothek, Wien
Österreich
arnhilt.hoefle[at]onb.ac.at
Prof. Dr. Gunther Martens
Institut für deutsche Sprache und Literatur
Universität Gent
Belgien
Gunther.Martens[at]UGent.be
Dr. Bernhard Metz
Universität Bern
Institut für Medizingeschichte
Schweiz
bernhard.metz[at]img.unibe.ch
Prof. Dr. Barbara Neymeyr
Institut für Germanistik
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Österreich
barbara.neymeyr[at]aau.at
Prof. Florence Vatan, PhD
University of Wisconsin-Madison
USA
fvatan[at]wisc.edu
Geschäftsführer:
Dr. Thomas Hübel
Universität Wien
Institut für Germanistik
Österreich
thomas.huebel[at]univie.ac.at
Geschichte
1973 lud die von Marie-Louise Roth gegründete und an der Universität Saarbrücken beheimatete Arbeitsstelle für Robert-Musil-Forschung zu einem internationalen Symposium ein. Dort wurde auf Anregung des damaligen österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky beschlossen, eine Robert-Musil-Gesellschaft ins Leben zu rufen. Die Gründung der Internationalen Robert-Musil-Gesellschaft erfolgte am 11. Juni 1974 im Palais Lobkowitz in Wien unter der Schirmherrschaft von Bruno Kreisky, der, wie er in der Gründungsversammlung sagte, nach mehrmonatiger Gestapo-Haft nur ein Buch ins schwedische Exil mitnahm, „eine kartonierte, zerlesene Ausgabe des Mann ohne Eigenschaften“ (Musil-Forum 1, 1975, S. 67). Zum international zusammengesetzten Kuratorium der Gesellschaft gehörten neben Bruno Kreisky so illustre Namen wie der Musil-Übersetzer und Lyriker Philippe Jaccottet, der Gründer der ersten Musil-Gesellschaft in den 1930er Jahren Bruno Fürst, der Journalist Bernard Guillemin, Musils Schwiegersohn Otto Rosenthal sowie die Schriftsteller Hermann Kesten, Friedrich Torberg, Jean Rudolf von Salis, Ignazio Silone, André Malraux sowie viele Germanistinnen und Germanisten aus Ost- und Westeuropa sowie den USA.
Bei der Zusammensetzung des Vorstandes bemühte man sich um Internationalität, indem Mitglieder aus Österreich, der Bundesrepublik Deutschland, der Schweiz, England und Frankreich vertreten waren. Die erste Präsidentin war Marie-Louise Roth, die bis 2001 die Geschicke der Gesellschaft leitete. Der erste Vizepräsident war der österreichische Lyriker Ernst Schönwiese (bis 1990). Von 2001 bis zu seinem Tod 2008 präsidierte Peter Henninger (Paris) die Gesellschaft. Von 2009 bis 2016 war Klaus Amann (Klagenfurt) Präsident; zu seinem Nachfolger wurde Norbert Christian Wolf (Wien) gewählt.
Die Hauptaufgabe der Gesellschaft ist gemäß § 2 der Statuten„das Verständnis der Werke Robert Musils zu fördern und seine geistige Hinterlassenschaft zu pflegen. Sie möchte insbesondere durch den Gedankenaustausch der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in aller Welt und all jener, die den Dichter kennen und schätzen, die Erforschung seines Werkes unterstützen, sein Andenken bewahren, sein geistiges Vermächtnis ehren und dazu beitragen, seine hinterlassenen Schriften zu veröffentlichen.“
Zur Erfüllung dieser Aufgabe wurden regelmäßig Symposien durchgeführt (Auswahl):
1977 Nachlass- und Editionsprobleme bei modernen Schriftstellern
1979 Robert Musil und die Tradition (Luxemburg)
1980 Stadt und Urbanität im Werk Musils (Wien, zusammen mit der Österreichischen Gesellschaft für Literatur und dem österreichischen PEN-Club)
1980 Sprachästhetische Sinnvermittlung (Berlin)
1981 Aktualität Robert Musils (1880-1942) (Brüssel)
1987 Die Übersetzung literarischer Texte am Beispiel Musils (Straelen)
1990 Robert Musil and the Literary Landscape of his time. Robert Musil und die literarische Landschaft seiner Zeit (Salford)
1992 Hommage à Robert Musil (Genf)
1994 Robert Musil unser Zeitgenosse. Junge Musil-Forschung (Wien)
1996 Identités autrichiennes. Littérature dans le contexte de Robert Musil. Literatur im Kontext Robert Musils (Saarbrücken).
1998 Robert Musil und Frankreich (Straßburg)
2001 Musil an der Schwelle zum 21. Jahrhundert (Saarbrücken)
2005 Robert Musils Drang nach Berlin (Berlin)
2007 Re-contextualising Robert Musil. The author “without qualities” and European Culture (Lancaster)
2009 Robert Musil und die Fremdheit der Kultur (Basel)
2012 Robert Musil und das literarische Leben seiner Zeit (Salzburg)
2014 Robert Musil und der Erste Weltkrieg (München)
2017 Poetik der kleinen Form. Kurzprosa und Feuilleton bei Robert Musil und Zeitgenossen (Salzburg)
2018 Literatur und Polemik in der klassischen Moderne: Robert Musil und Zeitgenossen (Salzburg)
2022 Musils Wien (Wien)
2025 Robert Musil: „Nachlass zu Lebzeiten“ (Wien)
Zur Bekanntheit Musils trug auch die von Annette Daigger zum 100. Geburtstag Musils konzipierte Ausstellung bei, die im Mai 1980 an der Landesbibliothek Karlsruhe und später in Berlin, im Centre Pompidou in Paris und an mehreren anderen Orten gezeigt wurde.
Die Gesellschaft gibt das Musil-Forum heraus. Dieses wurde 1975 von Jürgen C. Thöming begründet und bis 2000 von ihm betreut. Diese Aufgabe übernahmen Matthias Luserke-Jaqui und Rosmarie Zeller (bis 2008) und danach Norbert Christian Wolf und Rosmarie Zeller.
Rosmarie Zeller
Freiburg/Basel
Mitgliedschaft
Mitgliedsbeitrag: 35.- Euro pro Jahr
Mitglieder der IRMG erhalten kostenlos das „Musil-Forum. Studien zur Literatur der klassischen Moderne“ (dieses peer-reviewed journal erscheint im Verlag Walter de Gruyter; alle zwei Jahre wird ein Band im Umfang von ca. 400 Seiten veröffentlicht).
E-Mails informieren die Mitglieder über Veranstaltungen, Neuerscheinungen, call for papers etc. zu Robert Musil.
Bei Fragen zur Mitgliedschaft wenden Sie sich bitte an die Kassiererin der IRMG, Rosmarie Zeller rosmarie.zeller[at]unibas.ch.
Link: Online-Beitrittserklärung zur Internationalen Robert Musil-Gesellschaft
Statuten
Link zu den Statuten der Internationalen Robert-Musil-Gesellschaft (ZVR-Zahl 219636161)