Internationale Robert Musil Gesellschaft

„[…] ich habe mir durch viele Jahre als Dichter sagen lassen müssen, daß meine Figuren abnormal seien, weil ich den Grundsatz der moralischen Energieverwandlung ihnen als Sittengesetz gab.“

Robert Musil 1926

Hans Mayer über Robert Musil

1975 erschien Hans Mayers „Außenseiter“ – ein in der Folge vieldiskutiertes Buch über die Diskriminierung von Frauen, Homosexuellen und Juden in der bürgerlichen Gesellschaft. Neben diesen ‚existenziellen‘ Außenseitern gibt es Mayer zufolge aber auch das ‚intentionelle‘ Außenseitertum schöpferischer Dissidenten. Zu diesen rechnet er Theodor W. Adorno und auch Robert Musil.

Mayer, der als Jude, Kommunist und Homosexueller 1933 aus Deutschland floh, lernte im Schweizer Exil Robert Musil kennen, den er zwischen September 1940 und März 1942 mehrmals besuchte. Nun liegt ein Aufsatz vor, der Mayers Auseinandersetzung mit Musil nachzeichnet, seine persönlichen Erinnerungen, seine kritischen Anmerkungen und auch seine Hochschätzung dieses »Neinsagers«, der »Widerspruch erhebt, Fragen und Werte anzweifelt“ und dadurch „ein Ärgernis bedeutet, das durch Misserfolg bestraft wird“ (H. Mayer).

Birgit Nübel: Hans Mayer als Aufklärer, Essayist und Außenseiter zwischen Dialektik der Aufklärung und permanenter Revolution in: Außenseiter:innen. Literarische Inszenierungen sozialer Exklusion. 50 Jahre Hans Mayers Außenseiter. Hg. von Stefan Hermes, Alexander Košenina und Matthias N. Lorenz. Hannover: Wehrhahn 2026.

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