Internationale Robert Musil Gesellschaft

„Statt der Konstitution Europas in rivalisierenden Bestialstaaten muß eine Form der Vereinigung der in sich geeinten Völker untereinander gefunden werden, überstaatlich und möglichst unstaatlich.“

Robert Musil 1921

Musil-Forum 2019-2020

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Themenschwerpunkt: »Literatur und Polemik in der klassischen Moderne: Robert Musil und Zeitgenossen«

Band 36 hat den Themenschwerpunkt „Literatur und Polemik in der klassischen Moderne: Robert Musil und Zeitgenossen“. Robert Musil war, wie Elias Canetti schrieb, „immer zu Abwehr und Angriff gerüstet“. Der Band analysiert – anhand seiner Essays, Buchbesprechungen, Theaterkritiken wie auch literarischen Texte – die polemischen Aspekte von Musils Schreiben. Das Polemische an ihnen erweist sich als abhängig von den jeweiligen Textsorten und Publikationsmedien, von literarischen Traditionen, wissenschaftlichen Diskursen und politischen Kontexten. Stets ist es aber begleitet von Skepsis gegenüber der Polemik. Einige Beiträge widmen sich Karl Kraus und der komplexen Beziehung, die Musil mit diesem verband. Ein umfangreicher Rezensionsteil befasst sich mit neuen Publikationen zu Musil und zur Literatur der klassischen Moderne.

Inhaltsverzeichnis

Norbert Christian Wolf: Einleitung

Birgit Nübel: »Schwert und Feder«. Robert Musil und die polemische Tradition des 18. Jahrhunderts

Juliane Vogel: Der Schnitt gegen den Feind. Polemische Praktiken bei Edgar Allan Poe, Karl Kraus, John Heartfield

Daniela Strigl: »Von einer blutgierigen Fackel versengt«. Karl Kraus vs. Georg Kulka – und Robert Musils Kommentar im zeitgenössischen Wiener Polemik-Diskurs

Alexander Honold: Von der Polemik zur Meta-Polemik. Musils Notizen zur Lage von Geist und Literatur

Dirk Rose: Die Amsel oder Robert Musils Novellenpoetik als Gattungspolemik

Hans-Georg von Arburg: Häuserkampf. Musil und das Neue Wohnen

Gunther Martens: »Was wirst Du machen, wirklich Teneriffa?« Die Polemik aus der Sicht der experimentellen Psychologie. Oder: Robert Musil und die Affen

Barbara Neymeyr: Der »mitteleuropäische geflügelte Zwergchinese« als anthropologische Rarität. Zur Polemik gegen Spenglers Untergang des Abendlandes in Musils Essay Geist und Erfahrung und zum Nietzsche-Kontext

Nicole Streitler-Kastberger: »Rettung der Polemik«? Literaturkritische Strategien bei Robert Musil. Walter Benjamin und in der nationalsozialistischen Publizistik (mit einem Seitenblick auf Ödön von Horváth)

Isabel Langkabel, Katharina Prager: Karl Kraus’ polemische Praktiken in der Ersten Republik

Abhandlungen
Jacques Le Rider: Karl Kraus und Frankreich. Von der Distanz zur Freundschaft

Thomas Traupmann: Schauplatz der Konfrontation: Karl Kraus’ Schreibtisch im Kriegskontext

Robert Krause: »Urlaub vom Leben«. Zu einem Ausgangs und Endpunkt von Robert Musils Mann ohne Eigenschaften

Miszelle
Hans Ulrich Gumbrecht: Frau mit Eigenschaften

Internationale Robert-Musil-Gesellschaft
Rosmarie Zeller: Nachruf auf Philippe Jaccottet (1925–2021)

Florence Vatan: Nachruf auf Jacques Bouveresse (1940–2021)

Rezensionen
Jorge Estrada: Experiencing Ethics with Sterne and Musil (Tim Mehigan)

Bernadette Appel: Robert Musil und Amos Gitaï (Manfred Mittermayer)

Mariaelisa Dimino, Elmar Locher, Massimo Salgaro (Hg.): Oberleutnant Robert Musil als Redakteur (Rosmarie Zeller)

Anja Gerigk: Kulturromane (Florens Schwarzwälder)

Ludwig Laher: Wo nur die Wiege stand (Harald Gschwandtner)

Julia Maas: Dinge, Sachen, Gegenstände (Dominik Müller)

Marjorie Perloff: Ironie am Abgrund (Birthe Hoffmann)

Mareike Schildmann: Poetik der Kindheit (Kira Kaufmann)

Bastian Strinz: Robert Walsers Prosastücke im Lichte Friedrich Nietzsches (Peter Utz)

Miriam Annabelle Wray: Ornament und Mode bei Kafka, Broch und Musil (Julia Bertschik)

Andreas Blödorn, Christof Hamann, Christoph Jürgensen (Hg.): Erzählte Moderne (Roland Innerhofer)

Matthias Bock: Figurationen des Augenblicks (Mandy Dröscher-Teille)

Vera Kaulbarsch: Untotenstädte (David Wachter)

Paul Keckeis: Robert Walsers Gattungen (Luisa Banki)

Stefan Keppler-Tasaki: Alfred Döblin (David Midgley)

Uta Klein: Liebe als Folgeproblem von Individualität in der Literatur um 1900 (Thomas Pekar)

Norbert Christian Wolf: Revolution in Wien (Primus Heinz Kucher)

Benedikt Wolf: Penetrierte Männlichkeit/Sebastian Zilles: Die Schulen der Männlichkeit (Florian Kappeler)

Niklas Bender: Die lachende Kunst (Anja Gerigk)

Jacques Bouveresse: Le Mythe moderne du progrès (Rosmarie Zeller)

Clemens Peck, Norbert Christian Wolf (Hg.): Poetologien des Posturalen (Joanna Raisbeck)

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