Internationale Robert Musil Gesellschaft

„[…] in jedem Beruf, wenn man ihn nicht für Geld, sondern um der Liebe willen ausübt, kommt ein Augenblick, wo die ansteigenden Jahre ins Nichts zu führen scheinen.“

Robert Musil 1930

Neuerscheinung: Robert Musil und die Bibel

Anschließend an bisherige Forschungserkenntnisse zu Robert Musils Rezeption und Integration der Bibel in seinem literarischen wie essayistischen Œuvre untersuchen die Beiträge des Bandes interdiskursive Vernetzungen zwischen Dichtung und Religion(swissenschaft) bzw. Literatur und Theologie aus historischer wie systematischer Perspektive. Besonderes Augenmerk gilt dabei neben allgemeinen biblischen Bezügen Musils Verständnis von „Gott“ in der gesamten Bandbreite: zwischen dessen Abwesenheit oder Fehlen in der weiteren Nachfolge Nietzsches einerseits und dessen All- oder gar Übergegenwart in – sei es mathematisch oder künstlerisch – säkularisierter Form andererseits. Aus diesem Changieren zwischen Hoffnung auf Parusie und Erwartung der Apokalypse lässt sich eine Ahnung gewinnen, welchen Erkenntnisgewinn sich der österreichische Schriftsteller von dem versprach, was er gegen Ende seines Lebens unter dem Stichwort „Laientheologie“ skizzierte.

Mit Aufsätzen von Peter Deibler, Peter Tschuggnall, Susanne Heine, Matthias Laux, Franziska Mader, Lukas Pallitsch, Martin A, Hainz, Ivana Bogdanovic und Jürgen Kaizik.

Artur R. Boelderl, Franziska Mader und Andreas S. Telser (Hg.):
Robert Musil und die Bibel. „Laientheologie“ zwischen Dichtung und Religion (= Religion and Transformation in Contemporary European Society, Band 41). Paderborn Brill 2026.